“Fall herab, du Regenschauer!” – Konzert Inselbühne

Chor International Potsdam - Konzert Inselbühne 2026

Wir hätten es wissen müssen – selbst die Wolken werden auf uns hören, wenn wir das wunderschöne ungarische Lied „Bodzavirág“ auf die Bühne bringen. Und so fiel tatsächlich fast punktgenau wie im Lied der Schauer aus den Wolken, die sich am Himmel wie die von uns besungenen Holunderblüten aufgebauscht hatten. Unser erstes Naturkonzert auf der Freiluftbühne der Freundschaftsinsel am 31. Mai testete also gleich die allgemeine Naturverbundenheit, vor allem unseres treuen Publikums – die Chöre selbst standen unter einem wasserdichten Sonnensegel, so wurde nicht nass, wer gerade sang. An das Publikum wurden pastellfarbene Regencapes ausgegeben und für einen Moment konnte man meinen, auf einer Waldlichtung inmitten von blühendem Fingerhut zu stehen.

Es war in jeder Hinsicht ein besonderes Konzert: Die erste Aufführung unseres neuen Natur-Programms, ein Wiedersingen auf der wunderbaren Inselbühne, ein gemeinsames Konzert mit Salto Tonale, einem befreundeten Chor aus dem Havelland. Schon beim gemeinsamen Einsingen gab es viel Schönes zu hören. Vor allem wissen wir jetzt, wie „die Hexe“ (unser hohes, lautes Gekicher zum Einsingen der hohen Tonlagen) im Havelland klingt – nämlich noch sehr viel wilder! Dank des überaus talentierten Tontechnikers der Inselbühne waren wir klanglich nicht durch Regen, Wind und den überaus lauten Gegengesängen von Amsel und Gelbspötter zu übertönen. Das dankte uns auch das Publikum mit seinem begeisterten Applaus und vor allem seinem Durchhaltevermögen. Nachdenkliche Ansagen zur Biodiversitätskrise wechselten mit kurzen, oft witzigen und überraschenden Gedanken von Chormitgliedern zur Natur und unseren Lieblingsorten in der Natur. Erst sang der CIP, dann kam als ein besonderer Höhepunkt das gemeinsam mit Salto Tonale gesungene Lied „El Grillo“, eine italienische Frottola aus dem frühen 16. Jahrhundert, gefolgt vom Programm von Salto Tonale unter der Leitung von Tobias Kielinger. Ein super-sympathischer Chor, mit dem wir, wie wir alle fanden, sehr gut harmonierten. Nach zwei Stunden verließen wir zum Teil nass, aber voller Euphorie die schöne Inselbühne. Wie es schon in „El Grillo“ heißt – wer aus Liebe singt, singt am besten (und am längsten)!

Danke an Salto Tonale, die Inselbühne, unserem Tontechniker, allen Helfern, und vor allem – unserem Publikum! Bald schon folgt das nächste Naturkonzert auf dem Fest „Toleranz Bewegt Potsdam“ am Sportplatz Sandscholle am 13. Juni. Mal sehen, ob unser Regengesang auch dort Wirkung zeigt und sich die Holunderblüten am Himmel wieder öffnen!